Donnerstag, 7. Juni 2007

The Ultimate Freeware Challenge (Vorschau)

Im Spitzensport stehen die Topstars im Vordergrund. Ihnen gilt immer die größte Aufmerksamkeit der Medien und des Publikums. Im Computerschach ist das genauso. Unterhalb eines gewissen Rankings, grob gesagt vielleicht von Rang 11 abwärts, werden Engines zwar auch noch wahrgenommen - typische Ranglisten umfassen mindestens 20, oft sogar 60 und mehr verschiedene Engines - aber sie stehen doch eher im Schatten der Top Ten. Die stärksten werden mehr besprochen, mehr für Tests und Analysen herangezogen, mehr Partien von ihnen werden kommentiert...

Deshalb möchte ich zur Abwechslung vier gute Engines aus dem oberen Mittelfeld anhand eines kleinen Turnieres darstellen. Diese Ultimate Freeware Challenge wird rein nach meinem persönlichen Geschmack mit Teilnehmern besetzt, die ich aus irgendwelchen Gründen mag und/oder die mir in letzter Zeit positiv auffallen:

Alaric 704 von Peter Fendrich (Schweden) ist eine neue Engine, die heuer mit Version 702 einen starken Erstauftritt hinlegte. Der Programmierer hat aber schon 10 Jahre Erfahrung im Computerschach mit seiner vorigen Engine "Terra" gesammelt. Derzeit befaßt er sich mit dem Endspiel (Bitbases). Alaric macht auf mich den Eindruck einer Qualitätsengine mit Aufwärtstrend.

Colossus 2007b ist eine auferstandene Legende im Computerschach, vom selben Programmierer Martin Bryant (Großbritannien) der in den Achtzigern die gleichnamigen Schachprogramme für diverse Homecomputer schrieb. Colossus Chess UCI hat seit dem Neustart (2005) kontinuierlich Fortschritte gemacht.

Delfi 5.1 von Fabio Cavicchio (Italien) ist seit 2003 Italienischer Computerschachmeister in Serie. Neuerdings unterstützt die Engine auch das UCI-Protokoll. Neben der kostenlosen Version gibt es eine Trainerversion zum Kaufen, die menschliche Übungsgegner simuliert. Delfi arbeitet bereits seit längerem mit einer eigenen kleinen Endspieldatenbank.

Naum 2.0 ist die letzte Freeware-Ausgabe einer relativ neuen Engine. Aber sie war schon so gut, daß ihr Schöpfer Aleksandar Naumov (Kanada) sie ab der weiter verbesserten Version 2.1 zu vermarkten begann. In einem 64 Bit/4 CPU-Ranking belegt diese derzeit den 4. Platz! Aber auch Naum 2.0 ist sehr stark und der Favorit für dieses Viererturnier.

Obwohl diese vier innerhalb der Computerkonkurrenz 200 bis 300 Elo unterhalb der Topengines rangieren, sind sie immer noch stark genug um jeden Großmeister ins Schwitzen zu bringen. Und wer gar keinen Titel hat, der hat bei diesen Engines auch gar keinen Auftrag. - Die Spielbedingungen sind: Doppelrundig, also insgesamt zwölf Partien, und technisch gesehen im Prinzip mit den Blivorix-Einstellungen,

AthlonXP@1200 MHz, Windows 98SE
96 MB für Zugumstellungstabellen je Engine
einheitliche neutrale Eröffnungsbücher:
Xmas2640.abk, Xmas2640-12.ctg
Drei- und Viersteiner-Endspieltables auf USB-Stick
Turm gegen Turm-Fünfsteiner auf Festplatte
48 MB für Tablebase-Cache, soweit konfigurierbar
(Colossus und Naum benutzen die Nalimov-Tbs.),


aber mit dem Unterschied einer Bedenkzeit von 25m+5s, das ergibt rund eine Stunde insgesamt pro Partie.

Ergebnis folgt.

Montag, 12. März 2007

Schachcomputer: Schwachmaten und Helden (3)

Mit dem Mach II machte Fidelity 1987 einen Qualitätssprung: Das erste 16 Bit-Gerät dieser Firma, und auch das erste mit Zugumstellungstabellen (engl. hash tables). Für damalige Verhältnisse waren die taktische Geschwindigkeit und das Können im späten Endspiel hervorragend. Als Gegner seines Besitzers zeigte sich das Gerät als mächtiger Kontrahent, der von einem titellosen nur selten zu bezwingen war. Es ist verblüffend, wie PC-Schachengines in Sekundenschnelle die Schwächen solcher an sich guten Produkte aufdecken können.

In der vierten Matchpartie gegen Hiarcs 9 hatte der Mach IIc sehr unschön vor eine halboffene Linie rochiert und im weiteren Verlauf keinerlei Gespür für die Gefahr gezeigt. Die Stellung nach 16...Tae8:


diagram courtesy of http://chessup.net/

Es folgte 17.Lf3 exf5 18.Txg7+! mit Mattankündigung.

Auch die restlichen Altmeister konnten die Erfolgsbilanz nicht mehr verbessern. Wie schon gesagt, war das auch kaum zu erwarten, aber der Mephisto Lyon 16 Bit hat mich dann doch etwas enttäuscht: Nicht weil er viermal verlor, sondern weil er dabei überhaupt nichts zeigte. Dann wollte er zum Überdruß noch, trotz eingeschaltetem Aufgeben, in dieser Stellung mit dem nackten König immer noch weiterspielen:


diagram courtesy of http://chessup.net/

In der 52. und letzten Partie des Experimentes kam noch einmal Spannung auf. Mephisto Risc, der Weltmeister von 1991, konnte die Bewertung von Rybka 1.0 beta phasenweise in den Minusbereich drücken.


diagram courtesy of http://chessup.net/

Risc zog 14...Sf5, und die Waage begann sich zu Rybkas Gunsten zu neigen. Besser wären 14...Sc4 oder einfach 14...cxd5 gewesen. Das Ehrentor blieb aus.

Download der Partien:
Schacos_2007 (cbv, 32 KB) (CBV für Fritz / ChessBase-Progs)
SC2007PGN_eng-infos (zip, 24 KB) (PGN mit Recheninfos, altes Format)
SC2007PGN_movesonly (zip, 11 KB) (kompakte PGN ohne Kommentare)

Schachcomputer: Schwachmaten und Helden (2)

Die ersten acht von insgesamt 13 Schachcomputern wurden von den gegnerischen Engines, wie nicht anders zu erwarten, förmlich abgeschlachtet. 10 Halbzüge irgendeiner (halbwegs) zeitgemäßen Schachengine waren ihnen meilenweit voraus. Das erschütternde: Den anderen fünf zum Teil seinerzeit sauteuren Modellen und Modulen der Top-Kategorie erging es auch nicht besser, eher schlechter! Letztere verloren zu Null, während in der Gruppe der schwächeren Geräte wenigstens zwei glorreiche Remis gelangen.

Das Gesamtresultat lautet somit 1:51.

Beim ersten Opfer, dem Mephisto II-Brikett, fiel mir wieder eine seiner Schwächen auf: Extreme Schlaglust der Bauern, gerne auch aus dem Zentrum heraus nach außen. In folgender Stellung kam das schwarze Kästchen gleich mit dem ersten berechneten Zug 9.dxc5? in deutlichen Nachteil:


diagram courtesy of http://chessup.net/

Yace erwiderte zur großen Überraschung 9...Lg4, was Schwarz nach 10.Dxg4 Lxc3+ einen Qualitätsvorteil einbrachte. In dieser Tonart ging es vorerst weiter, mit einer Reihe an sich recht schöner Geräte wie beispielsweise Turbo 16K oder Super Enterprise. Leider ging auch ein großer Star von 1984/85, der Super Constellation, glanzlos unter (gegen Ruffian 1.0.5). - Ich möchte die Schmach dieser chancenlosen Zermalmungen gar nicht weiter breittreten.

Für den ersten Lichtblick sorgte Fidelitys Holzapparat Elite Avantgarde, ein Modell von 1985 mit einer 8 Bit-CPU (6502) auf 5 MHz. Es errang ein Remis gegen den Chess Tiger 14.0. Dabei sah es in der Partie zuerst gar nicht so gut aus:


diagram courtesy of http://chessup.net/

Avantgarde spielte nun 14.Tfb1: Der falsche Turm. Besser war 14.Tab1, um dem Röntgenblick des Lg7 auszuweichen. Nach 14...Db8 15.Da3 Tb6 16.Te1 wirkte sich das so aus:


diagram courtesy of http://chessup.net/

16...Sxe4! Trotz dieses gefährlichen taktischen Schlages hielt der heldenhafte Fidelity-Computer stand und remisierte schließlich mit drei Leichtfiguren gegen zwei Türme: Stellungswiederholung im 39.Zug. Bravo!

Gleich im nächsten Wettkampf, Sphinx Dominator (6502/4 MHz) gegen Naum 2.0, folgte der zweite - und leider letzte - Teilerfolg des Museumsteams. In einer abtauschfreudigen Partie entstand bereits im 30.Zug ein reines Bauernendspiel, das der Dominator gut behandelte. Ganz perfekt dürften es beide nicht gespielt haben. Eine kritische Stellung (Naum war soeben mit 39...Kf3 eingedrungen):


diagram courtesy of http://chessup.net/

40.e4! Die einzige Chance. Naum griff mit 40...Kxe4 zu, und wie mir Computeranalysen bestätigten, ist es jetzt nach 41.Ke2 remis. Es folgten noch 19 Züge eines Tanzes der Könige bis zum amüsanten Friedensschluß durch Patt. Allerdings hätte Naum mit 40...Kg2 einen aussichtsreichen Gewinnversuch unternehmen können (die Bauern in e und h würden im 44.Zug beide umwandeln).

Download der Partien:
Schacos_2007 (cbv, 32 KB) (CBV für Fritz / ChessBase-Progs)
SC2007PGN_eng-infos (zip, 24 KB) (PGN mit Recheninfos, altes Format)
SC2007PGN_movesonly (zip, 11 KB) (kompakte PGN ohne Kommentare)

Schachcomputer: Schwachmaten und Helden (1)

Von Ruhm und Glanz ist wenig über. Schachcomputer aus der goldenen Ära, die kaum länger als ein Jahrzehnt dauerte und vor etwa fünfzehn Jahren zu Ende ging, sind Objekte der Technik-Nostalgie geworden. Von ihrer Spielstärke haben sie nichts eingebüßt - aber sie wurden längst von PC-Schachsoftware um hunderte Elopunkte abgehängt. Viele unserer Sammlerstücke waren einem Hobbyspieler schon überlegen, zum Teil sogar starken Klubspielern vom Erfolgspotential her ebenbürtig. Doch es besteht ein großer, nicht leicht erfaßbarer Rückstand auf die Leistung aktueller Schachprogramme. Mit einer Serie experimenteller Zweikämpfe wollte ich Material sammeln, das diesen Fortschritt illustrieren kann.

Die Methode dazu: 13 höchst unterschiedliche Geräte spielten je vier Partien gegen diverse gute Schachengines. Als Kompromiß zwischen Zeitaufwand und Partienzahl waren die Schachcomputer auf Stufen mit etwa 45 bis 60 Sekunden je Zug, bzw. entsprechende Zeitkontrollen, eingestellt. Besonders die alten Modelle haben übrigens oft und gerne deutlich mehr als die vorgesehenen Durchschnittszeiten verbraucht. Der Rechentiefeunterschied dieser Stufen zur Turnierstufe 40/2h ist im Mittel geringer als ein Halbzug (bei jetzt aktuellen Programmen wäre er deutlich größer als ein Halbzug).

Die modernen Gegner wurden auf eine Rechentiefe von zehn Halbzügen fixiert, außer Hiarcs 9 (T9). Je nach Stellung, Computer und Engine beträgt der Zeitbedarf dafür meistens nur einige Sekunden, zum Teil sogar nur Zehntelsekunden je Zug. Trotzdem stellt das für die Oldies eine übermächtige Herausforderung dar, denn deren Tiefen lagen typischerweise eher bei fünf bis sieben Halbzügen, im Endspiel vielleicht etwas mehr. Nur der Mephisto Risc zeigte vereinzelt ebenfalls zehn oder gar elf Halbzüge an.

Die Museumsstücke eröffneten je eine Testpartie mit 1.e4 und 1.d4, und hatten mit Schwarz auf 1.c4 und 1.Sf3 zu erwidern. In einigen Fällen habe ich ein wenig mit Einstellungen experimentiert (dann ist das beim Gerätenamen notiert), was aber keine besonderen Eindrücke vermittelte. PC-seitig kamen die neutralen mitteltiefen Xmas-Testbücher zur Anwendung.

Download der Partien:
Schacos_2007 (cbv, 32 KB) (CBV für Fritz / ChessBase-Progs)
SC2007PGN_eng-infos (zip, 24 KB) (PGN mit Recheninfos, altes Format)
SC2007PGN_movesonly (zip, 11 KB) (kompakte PGN ohne Kommentare)


In den nächsten beiden Einträgen sind einige Kommentare und Stellungsbeispiele zu finden.

Samstag, 24. Februar 2007

Delfi 5.1-Blivorix 46 (2640)

Delfi 5.1 erzielte eine Prozentleistung von 46,1% (35,0/76)(*) und erhält somit einen Blitzvorschauindex von 46. Das Ergebnis entspricht einem voraussichtlichen Rating von ca. 2640 nach Blivorixniveau, oder auf Höhe der vorigen Version 5.0.

*) Das Resultat aus Delfi 5.1 vs. 5.0 (1:3) wurde aus der Berechnung herausgenommen.

Die beste Neuerung bei Delfi 5.1 ist die Unterstützung des UCI-Protokolls, wodurch die Anwenderzahl der Engine steigen wird. Unter den beiden für den Blivorix genutzten Schachoberflächen gab es damit keinerlei Probleme im Test. UCI funktioniert auch in mehreren anderen Schachprogrammen ohne zusätzliche Adaptersoftware.

Es gab Detailresultate aller Art, darunter zwei 0:4 gegen Rybka 1.0 Beta und Fritz f.F.4, aber beispielsweise auch einige schöne Schwarzsiege gegen starke Gegner wie Spike 1.2 oder Ruffian 1.0.5.

Delfi greift nicht auf die Nalimovs zu, hat aber eine kleine Menge an eigenen Endspieltables (Bitbases), die offenbar recht effektiv genutzt werden. Am Ende einer schweren Partie gelang es dem Testkandidaten mit etwas Glück des Tüchtigen(*), seinen Widersacher bei einem Fehler zu ertappen.

Spike 1.2 Turin hatte zuvor mehrfach mit 0.00 bewertet und gerade 63.Ke7? gezogen (-0,30, Tiefe 14). Delfi erwiederte einfach 63...Kxf5 mit Springeropfer (-1,65/17): Schwarz wird auch den Bh3 abholen, und der verbleibende weiße Springer kann nicht beide Freibauern aufhalten.

*) 5 Sekunden später wäre Spike zugunsten von 63.Sc5 abgewichen
  diagram courtesy of http://chessup.net/

3n4/4K3/8/p4P2/N4k1p/7P/8/8 b - - 0 63

[Event "Blivorix-04_Delfi_51"]
[Site "Schrotty"]
[Date "2007.02.23"]
[Round "4"]
[White "Spike 1.2 Turin"]
[Black "Delfi 5.1"]
[Result "0-1"]
[ECO "D27/22"]
[EventType "blitz"]

1. d4 d5 2. Nf3 e6 3. c4 dxc4 4. e3 Nf6 5. Bxc4 c5 6. O-O a6 7. Bb3 Nc6 8. Nc3
cxd4 9. exd4 Be7 10. Re1 O-O 11. Bf4 Na5 12. Bc2 b5 13. Bg5 Bb7 14. Qd3 g6 15.
Bh6 Re8 16. Ne5 Rc8 17. Rad1 b4 18. Na4 Qd5 19. f3 Rc7 20. Bb1 Nc6 21. Bf4 Nxe5
22. Bxe5 Rc6 23. Qd2 Nd7 24. Be4 Qxa2 25. Ra1 Qc4 26. Qe3 Qb5 27. Bxc6 Bxc6 28.
Red1 Qd5 29. Rdc1 Bb5 30. b3 f6 31. Bg3 e5 32. Rd1 exd4 33. Rxd4 Qf7 34. Re1
Nc5 35. Rxb4 Nd3 36. Rxb5 Nxe1 37. Rb8 Rxb8 38. Bxb8 Nc2 39. Qc3 Qe6 40. Bg3
Nb4 41. Qc4 Kf7 42. Kf1 Qxc4+ 43. bxc4 Ke6 44. Ke2 a5 45. Bf2 h5 46. g3 g5 47.
Be3 Bd6 48. c5 Be5 49. Nb6 Kf5 50. Bd2 Bd4 51. Be3 Bxe3 52. Kxe3 Nc6 53. h3 h4
54. gxh4 gxh4 55. f4 Nd8 56. Na4 Ke6 57. Nc3 Kd7 58. Ke4 Kc6 59. Kf5 Kxc5 60.
Kxf6 Kd4 61. Na4 Ke4 62. f5 Kf4 63. Ke7 Kxf5 64. Kxd8 Kf4 65. Nb6 Kg3 66. Nc4
a4 67. Kd7 Kxh3 0-1

Infos über den Blitzvorschauindex:
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Testbeschreibung

Donnerstag, 22. Februar 2007

The Baron 1.8.1-Blivorix 41 (2600)

The Baron 1.8.1 erzielte eine Prozentleistung von 40,6% (32,5/80) und erhält somit einen Blitzvorschauindex von 41. Das Ergebnis entspricht einem voraussichtlichen Rating von ca. 2600 nach Blivorixniveau, oder ungefähr gleich stark wie Fritz 5.32 oder Anaconda 2.0.1.

Wenn sich diese Einschätzung bestätigt, würde das einen schönen Leistungssprung bedeuten: Die vorige Version 1.7.0 findet man auf Blitz-Ranglisten in der Nähe von Amyan. Im Test zeigte The Baron mehrmals ein besseres Endspielwissen als die Kontrahenten, zum Beispiel bei ungleichfarbigen Läufern:


diagram courtesy of http://chessup.net/

8/7p/2pB3P/pk6/2p5/PbK5/8/8 w - - 0 78

Hier zog der Baron 78.Kd2 mit der bereits sehr realistischen Bewertung von -0.26 (Tiefe 19). Crafty 20.14 antwortete 78...a4 und träumte dabei von einem schwarzen Vorteil von nahezu zwei Bauern, also praktisch in Höhe der Materialdifferenz. Die Partie dauerte leider noch weitere 120 (!!) Züge, bis Crafty - eigentlich sonst ein guter Endspieler - endlich das Remis einsah.

Daß The Baron 1.8.1 aber auch sonst seine Qualitäten hat, bewies er unter anderem mit einem Erfolg im Mini-Match gegen Shredder 9 SE (2,5:1,5), oder mit dem folgenden schnellen Sieg gegen Nimzo 8. Noch selten hat man diesen Kombinationskünstler so schnell untergehen sehen:

[Event "Blivorix-03_Baron181"]
[Site "Schrotty"]
[Date "2007.02.22"]
[Round "2.8"]
[White "The Baron 1.8.1"]
[Black "Nimzo 8"]
[Result "1-0"]
[ECO "C92"]
[EventType "blitz"]

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 6. Re1 b5 7. Bb3 d6 8. c3
O-O 9. h3 Nd7 10. d4 Bf6 11. a4 Bb7 12. d5 Ne7 13. axb5 axb5 14. Rxa8 Qxa8 15.
Na3 Ba6 16. Be3 Rd8 17. Qe2 Qb7 18. Nc2 Nc5 19. Bxc5 dxc5 20. Ne3 c6 21. Ng4
cxd5 22. Nfxe5 Bxe5 23. Nxe5 c4 24. exd5 Rf8 25. Bc2 Nxd5 26. Be4 f5 27. Bf3
Rd8 28. Rd1 Qa8 29. Rxd5 Rxd5 30. Nc6 1-0

Infos über den Blitzvorschauindex:
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Testbeschreibung

Dienstag, 6. Februar 2007

Scorpio 1.91-Blivorix 58 (2720)

Scorpio 1.91 erzielte im ersten regulären Testlauf eine Prozentleistung von 57,5% (46,0/80) und erhält somit einen Blitzvorschauindex von 58. Das Ergebnis entspricht einem voraussichtlichen Rating von ca. 2720 nach Blivorixniveau, oder vergleichsweise zwischen Fritz 8 Bilbao(*) und Hiarcs 9.

*) die im Test verwendete Fritz for Fun 4-Engine ist nahezu identisch mit F8 Bilbao

Das würde eine relativ deutliche Verbesserung gegenüber Scorpio 1.8 bedeuten. Es gibt einige Zwischenversionen, die für die großen Listen zum Teil auch (oder nur) in Multiprozessorbetrieb getestet werden. Scorpio ist eine der wenigen Freeware-Engines, die mehrere CPUs, bzw. -Cores, nutzen können. Die Blivorix-Tests beziehen sich aber nur auf Einzelprozessor, Single-CPU oder -Core.

Der Testkandidat punktete gegen jeden Gegner, u.a. mit je einem Sieg gegen die starken Widersacher Rybka 1.0 Beta oder Shredder 9 SE. Ein glattes 4-0 gelang gegen Amyan 1.597. Das ist zwar die letztgereihte Blivorix-Engine, darf aber keineswegs unterschätzt werden: Noch im Vorjahr gewann sie ein Computerturnier amerikanischer Engines (ACCA 2006).

Hier ein schneller Sieg Scorpios. Die Engine erfindet in der Eröffnung das aggressive g7-g5-g4, und nutzt später die dadurch geöffnete G-Linie für beide Türme, während des Gegners Damenturm noch schlummert.

[Event "Blivorix-01_Scorp191"]
[Site "Schrotty"]
[Date "2007.02.04"]
[Round "4"]
[White "Yace 0.99.87"]
[Black "Scorpio 1.91"]
[Result "0-1"]
[ECO "C09/17"]
[EventType "blitz"]

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nd2 c5 4. exd5 exd5 5. Ngf3 Nc6 6. Bb5 Qe7+ 7. Be2 g5 8.
h3 g4 9. hxg4 Bxg4 10. dxc5 O-O-O 11. O-O Nf6 12. Nb3 Ne4 13. Re1 Rg8 14. Nfd4
Qh4 15. Bxg4+ Rxg4 16. Be3 Bh6 17. Qf3 Rdg8 18. Nf5 Rxg2+ 19. Qxg2 Rxg2+ 20.
Kxg2 Qg4+ 21. Ng3 Bg7 22. c3 Be5 23. Nd2 Bxg3 24. Nxe4 Qxe4+ 25. Kg1 Bh4 26.
Red1 f5 27. Kh2 Ne5 28. Rg1 Nf3+ 29. Kh3 Nxg1+ 30. Rxg1 0-1

Stellung nach 17...Tdg8:


diagram courtesy of http://chessup.net/

2k3r1/pp3p1p/2n4b/2Pp4/3Nn1rq/1N2BQ2/PPP2PP1/R3R1K1 w - - 0 18

Infos über den Blitzvorschauindex:
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